Farben und Zeichnung

Farben und Zeichnung des Gefieders beim Hausgeflügel

Die Geschlechter der Vorfahren des Haushuhnes und der Hausente sind in Färbung und teils Struktur des Gefieders verschieden. Männliche Enten und Bankiva-Hähne legen über die Sommerzeit ein so genanntes Ruhekleid an. Bei Haushühnern hat sich diese Eigenschaft verloren, bei wildfarbigen Enten ist sie noch vorhanden. Erhalten blieb aber die unterschiedliche Färbung der Geschlechter bei wildfarbigen Hühnern und Enten und allen Wildfarb-Varianten, und ebenso die Flügelspiegel bei Enten, die als Anlage selbst bei einfarbigen Rassen unerwünscht noch in Erscheinung treten.
Die mannigfaltigen Gefiederfärbungen werden nur durch Pigmente und indirekt durch deren unterschiedliche Form, Dichte und Ausrichtung hervorgerufen. Die Gefiederpigmente sind die sog. Melanine, von denen man zwei unterscheidet: das schwarze Eumelanin ist stäbchenförmig und bewirkt je nach Lagerungsdichte dieser Stäbchen schwarzes, schwarzbraunes oder dunkel- braunes Gefieder. Das braune Phaeomelanin ist körnchenförmig und ruft gelbe bis rote Färbung, je nach Dichte der Körnchen, hervor. Beide Pigmente können gemischt oder getrennt in einer Feder vorhanden sein. Durch unterschiedliche Dichte und Ausrichtung der Pigmente wird also die Intensitätswirkung der Farbe verstärkt oder abgeschwächt und u. U. die Gefiederstruktur verändert. Aber auch erblich bedingte Gefiederanomalie (Seidengefieder) kann eine ganz andere Farbwirkung hervorrufen (z. B. Wildfarbe oder Blau beim Seidenhuhn).
Bis 1948 nahm man allgemein an, die Schillerfarben des Gefieders entstünden durch dünne Hornplättchen auf der Federstruktur. Nach neuesten Forschungen erzeugt bei den meisten Vögeln Melanin allein, ohne jede Hilfseinrichtung, die Schillerfarben. Nur dort, wo es vorkommt, zeigt sich Schiller. Die Melanine liegen an den schillernden Federstellen in Gestalt sehr dünner und regelmäßig geordneter Stäbchen oder Körnchen vor und erzeugen die Schillerfarben, indem sie durch Absorption des Pigments durch Licht verändert werden. Stärke und spezifische Art der Absorption sind bei Melaninformen verschiedener Herkunft unterschiedlich. Die in der Züchtersprache Glanz genannte Schillerfärbung kann je nach Pigmentlagerung und Lichteinfall grün, blauviolett, purpurn usw. wirken. Dass nicht überall, wo Melanin vorkommt, sich auch Schiller zeigt, liegt an ungeeigneter Beschaffenheit der Melaninformen (zu großer oder zu stark variierender Dicke, zu geringer Zahl oder mangelnder Ausrichtung über größere Flächen). Dies macht es unmöglich, auf bestimmten Gefiederpartien (z. B. Bauch oder Schwingen) den gleichen Glanz als auf anderen (z. B. Flügeldecken, Behang- oder Sichelfedern) zu erzielen. Die unterschiedliche Melanineinlagerung ergibt auch eine verschiedenartige Struktur des Gefieders an manchen Körperteilen, der bisher das Schillern oder Nichtschillern zugeschrieben wurde. Tatsächliche Ursache ist aber wie gesagt die Varianz der Pigmenteinlagerung. Die meisten Färbungen und Zeichnungsanlagen aller Hausgeflügelarten basieren auf denen der entsprechenden Wildform. Die Kenntnis dieser Grundelemente und ihre Ausbildung bei den jeweiligen Abweichungen erleichtern die Beurteilung von Farbe und Zeichnung wesentlich. Aus dieser Erkenntnis kommt diesem Allgemeinkapitel besondere Bedeutung zu.

Die Farben der Hühner und Zwerghühner

Fast alle Farben und Zeichnungen der Haushühner sind auf die Wildfarbe des südostasiatischen wilden Bankivahuhnes zurückzuführen und anlagemäßig in der Wildfarbe vorhanden. Die Farbe des Bankivahuhnes ist etwa folgendermaßen zu beschreiben: Beim Hahn sind Kopf, Halsbehang (mit mehr oder weniger ausgeprägter dunkler Schaftstrichzeichnung) und Sattel goldrot. Der Rücken und die Schulterdecken sind purpurbraun. Die großen Flügeldecken bilden ein breites Band in blaugrün schimmerndem Schwarz; die Schwingen haben schwarze Innen- und braune Außenfahnen. Die Unterseite und der Schwanz sind schwarz, teils mit schönem Metallglanz, manchmal aber auch mit braunen Flecken. Die Henne hat gelbe Hals- federn mit schwarzem Mittelfeld und braunrote Kehlumfassung. Die Brust ist blaß rotbraun mit hellen Schaftstrichen; Bauch, Seiten und Schenkel sind graubraun. Die Oberseite ist matt- bis dunkelbraun mit feiner schwarzbrauner Rieselung. Oberrücken und Flügeldecken mit hellem Schaftstrich. Der Schwanz ist braunschwarz.
Die gleiche Anordnung der Farben findet sich bei zahlreichen Hühnerrassen als Wildfarbig, Rebhuhnfarbig, Goldfarbig und Goldhalsig wieder. Die Rottöne der Hahnenfärbung sind aber zum Teil abgewandelt, ebenso die Grundfarbe und Zeichnung der Hennenfeder. Teilweiser oder gänzlicher Farbausfall, Farbintensivierung oder -verdünnung durch Mutationen oder züchterische Auslese auf bestimmte charakteristische Gefiederzeichnungen führten zu der Vielzahl von Farbenschlägen und Zeichnungsformen, die heute beim Haushuhn vorhanden sind. Hierbei spielten auch zwei im Laufe der Domestikation entstandene, im Erbgang dominante und zugleich – im Gegensatz zu allen anderen Farben – an das Geschlecht gebundene Faktoren eine bedeutende Rolle: der Sperber- oder Streifungsfaktor (G) und der Silberfaktor (S). Dabei sind längst noch nicht alle Kombinationsmöglichkeiten erschöpft. Um Farbkombinationen schon in der Benennung deutlich zu machen, werden diese heute allgemein mit Bindestrich geschrieben.

Farbenschlaggruppen und Zeichnungsformen der Hühner und Zwerghühner

Wildfarbe

Variationen der Wildfarbe
wildfarbig
rebhuhnfarbig
rost-rebhuhnfarbig
wildbraun
goldhalsig
goldfarbig

Verdunkelung der Wildfarbe
orangebrüstig
braunbrüstig
schwarz-rot
schwarz-gold
schwarz mit Messingrücken

Aufhellung der Wildfarbe
gold-weizenfarbig
rotgesattelt–weizenfarbig
rotgesattelt
rotgeschultert

Wildfarbe als Grundlage
zimtfarbig
mahagonifarbig
kennfarbig (Kombination mit Sperberung)

Blauvarianten der Wildfarbe
blau-wildfarbig
blau-rebhuhnfarbig
blau-goldhalsig
blau-goldfarbig
blau-orangebrüstig
blau-rot
blau mit Messingrücken
blau-weizenfarbig

Silber-Wildfarbe

silber-wildfarbig

Variationen der Silber-Wildfarbe
silberhalsig
silberfarbig

Verdunkelung der Silber-Wildfarbe
grausilber
birkenfarbig
schwarz-silber

Aufhellung der Silber-Wildfarbe
silbergrau

Silber-Wildfarbe als Grundlage
silber-kennfarbig (Kombination mit Sperberung)

Blauvarianten der Silber-Wildfarbe
blau-silberhalsig
blau-birkenfarbig

Übergangsfärbungen Wildfarbe/ Silber-Wildfarbe

silberhalsig mit Orangerücken
blau-silberhalsig mit Orangerücken
orangehalsig
orangefarbig
perlgrau-orangefarbig
lachsfarbig
silber-weizenfarbig

Columbiazeichnung

hell (weiß-columbia)
weiß-blaucolumbia
weiß mit schwarzem Schwanz
weiß mit blauem Schwanz
gelb-columbia
gelb-blaucolumbia
gelb mit schwarzem Schwanz
gelb mit blauem Schwanz
gelb mit weißem Schwanz
rot-columbia
goldbraun
dunkelbraun

Columbia als Grundlage
wachtelfarbig
blau-wachtelfarbig
silber-wachtelfarbig
Mohrenkopfzeichnung

Einfarbig

schwarz
perlgrau
blau
blau-gesäumt
weiß
gelb
rot

Sperberung und Streifung

gesperbert
blaugesperbert
gelbgesperbert (gelb-weißgesperbert)
gestreift

Kombination mit Wild- und Silber-Wildfarbe
kennsperber
kennfarbig
silber-kennfarbig

Säumung

Einfachsäumung
silber
gold
silber-schwarzgesäumt
gold-schwarzgesäumt
gold-blaugesäumt
gold-weißgesäumt
gelb-schwarzgesäumt
chamois (chamois-weißgesäumt)

Doppelt- oder Mehrfachsäumung
rebhuhnfarbig-gebändert
blau-rebhuhnfarbiggebändert
braungebändert
dunkel
fasanenbraun
blau-fasanenbraun
doppeltgesäumt
blau-doppeltgesäumt
rot-weiß (Jubilee)

Varianten
schwarz-weißgedobbelt
schwarz-gelbgedobbelt
schwarz-goldgedobbelt

Flockung

silber-schwarzgeflockt
silber-blaugeflockt
gold-schwarzgeflockt
gold-blaugeflockt
gelb-weißgeflockt
chamois-weißgeflockt
zitron-schwarzgeflockt

Sprenkelung

goldprenkel
silbersprenkel

Lackung

goldlack
silberlack

Tupfung und Scheckung

silber-schwarzgetupft
gold-schwarzgetupft
chamois-weißgetupft
perlgrau mit weißen Tupfen
gelb mit weißen Tupfen
rot mit weißen Tupfen
schwarz -weißgescheckt
(schwarz mit weißen Tupfen)
blau-weißgescheckt
(blau mit weißen Tupfen)
perlgrau -weißgescheckt
(perlgrau mit weißen Tupfen)

Dreifarbigkeit

bunt
rotbunt
blau-rotbunt
porzellanfarbig
blau-porzellanfarbig
zitron-porzellanfarbig
silber-porzellanfarbig
tollbunt
Variante
bunt (rebhuhnfarbig mit weißen Tupfen)

Erläuterungen zu den Farbenschlägen der Hühner und Zwerghühner

Die Vielfalt von Farben und Zeichnungsformen bei Hühnern und Zwerghühnern lässt sich daran erkennen, dass es inzwischen ca. 120 Bezeichnungen dafür gibt. Trotz dieser Differenzierungen der Gefiederfärbungen sind in den Feinheiten bei gleicher Bezeichnung, abhängig von Gefiederstruktur und Federform noch Unterschiede zu beachten. Auf die wesentlichen Farb- und Zeichnungsgruppen wird nachstehend in Kurzform hingewiesen.

Wildfarbig
Die mit „wild…“ bezeichneten Farbenschläge sind in ihrem Erscheinungsbild recht unterschiedlich. Das dunkelste Gold beim Hahn und die meisten Schwarzeinlagerungen, insbesondere am Federrand im Mantelgefieder der Hennen, finden wir bei den wildfarbigen Deutschen Zwerghühnern. Weniger exakte Zeichnung in wildfarbig treffen wir bei den Araucana an. Der rot- braune Farbenschlag der Dorking ist ebenfalls eine wildfarbige Zeichnungsanlage. Die wildfarbigen Seidenhühner wirken durch die Gefiederstruktur bedingt mehr schmutzigbraun. Der Wildhuhnfärbung am nächsten kommen die wildbraunen Altsteirer, denen die wildbraunen Sussex nahe kommen.

Rebhuhnfarbig
Diese Färbung wurde nach der Kükenzeichnung, die der des Rebhuhnes ähnelt, benannt. Als Standard-Rebhuhnfarbe ist die der rebhuhnfarbigen Italiener, Rheinländer und Appenzeller Barthühner zu betrachten. Die Hennen haben eine rostrote Brustfarbe (im Gegensatz zu der Rebhuhnfarbe mit Bänderungsanlage) und deren Mantelzeichnung ist dunkelbraungrau mit schwarzer Rieselung ohne farblich abweichendem Federrand aber mit auffallendem Federkiel. In anderen Ländern wird diese Färbung Braun genannt. Am stärksten verdunkelt ist die Rebhuhnfarbe bei den Hennen der Zwerg-Cochin und Zwerg-Wyandotten, da hier der auffallende Federkiel fehlt. Die Brustfarbe der Hennen dieser beiden Rassen ist nicht lachs- oder rostfarbig, sondern dem Mantelgefieder angepasst. Die Rostrebhuhnfarbe der Welsumer und Dresdner enthält mehr Braunpigment, wodurch eine hellere Mantelfarbe bei der Henne und die Brustzeichnung des Hahnes entsteht.

Goldhalsig
Dies ist eine aufgehellte Wildfarbe, durch Verminderung von Schwarzpigment im Hals- und Sattelbehang des Hahnes und Auflockerung des Braunpigments besonders im Mantelgefieder der Henne. Als Musterfärbung sind die goldhalsigen Deutschen Zwerghühner anzusehen. Die Zeichnung der Kraienköppe bildet den Übergang zu Goldfarbig, weil hier eine schmale goldige Säumung (Grundfarbe) in der Mantelfarbe der Henne gefordert wird.

Goldfarbig
Dies ist eine weitere Aufhellung der Wildfarbe gegenüber Goldhalsig, was am besten an dem hellen Federrand (Flitter) bei der Henne deutlich sichtbar wird. Korrekt ausgebildet ist diese Färbung nur bei Italienern und deren Zwergrasse.

Schwarz-rot
Die stärkste Verdunkelung der Wildfarbe, durch Verstärkung des Schwarz und fast völligem Ausfall von Gold und Rot; kommt bei einigen Kampfhuhnrassen vor.

Orangebrüstig
Es stellt in der Zeichnung etwa die Zwischenstufe von dunkler Wildfarbe und Schwarz-rot dar, indem das Flügeldreieck bei beiden Geschlechtern schwarz ist. Außer dem Hals- und Sattelbehang sind beim Hahn Flügeldecken und Rücken rot-braun, orange oder zitronengelb und das Brustgefieder im gleichen Farbton gesäumt. Ursprünglich kam diese Färbung unter dem Namen „braunbrüstig“ nur bei Kämpfern vor (auch in blauer Variation). Inzwischen wurde sie auch auf andere Rassen übertragen. Die sachlich richtige deutsche Benennung wäre „schwarz-orangehalsig“. Der Farbenschlag Schwarz-goldhalsig bei Chabos zeigt eine gesättigte, aber in der Ausdehnung reduzierte Orangefarbe.

Gold-weizenfarbig
Eine nur bei den Hennen einiger Rassen auftretende abgewandelte Färbung der schwarz-goldenen Wildfarbe durch geschlechtsgebundenen Ausfall bzw. Verminderung von Schwarz. Die verdeckte Anlage haben mehrere Rassen. Die Weizenfarbe ist semmelgelb bis rötlichgelb. Jede Feder zeigt dabei einen hellen Schaftstrich. Schwanz und Schwingen sind dunkelbraun bis schwärzlich. Der Hals sticht durch dunklere Tönung und goldenem Schmucksaum vom Mantelgefieder ab. Die Brust ist meist wesentlich heller. Die dazugehörigen Hähne sind bei schwarzem Brust- und Bauchgefieder goldhalsig oder wildfarbig. Eine dunkle Variante der Hennenfarbe ist z. B. bei Cubalaya als zimtfarbig standardisiert.

Rotgesattelt-weizenfarbig
Die bei Goldweizenfarbig braunschwarzen bzw. schwarzen Gefiederteile sind hier weiß.

Rotgesattelt
Eine partielle Entfärbung der Wildfarbe, in der das Schwarz- und Braunpigment (Eumelanin) durch dominantes Weiß unterdrückt wird.

Blau-Varianten der Wildfarbe
Hierzu gehören Blau-wildfarbig, Blau-rebhuhnfarbig, Blau-goldhalsig, Blau-goldfarbig, Blau-rot, Blau-orangebrüstig, Blau- weizenfarbig. Hier sind jeweils die schwarzen Federpartien der Wildfarbe durch Blau ersetzt. Auch die Pfefferung der Hennen ist blau. Die früher als blaubunt bezeichneten Italiener sind blau-rebhuhnfarbig.

Orangefärbungen
Die Intensität der Orangefärbung als Übergangsfärbung ist bei den einzelnen Rassen unterschiedlich. Bei manchen Rassen ist die Färbung aufgrund ihrer Herkunft spalterbig. Orangehalsig und orangefarbig gleichen ihren goldhalsigen bzw. -farbigen Vettern, nur ist das Rot und Braun zu Stroh- bzw. Messinggelb aufgelockert bzw. verdünnt. Eine Abwandlung ist die sattere Schulterfarbe der so genannten Orangerücken-Hähne bei Kämpfern, die spalterbig sind und auch als Blau-Varianten gezüchtet werden. Die Hennen sind silberhalsig mit meist etwas intensiverer Brustfarbe. Früher wurde diese Färbung „Entenflügel“ (abgeleitet vom englischen duckwing) genannt.

Lachsfarbig
Eine Abwandlung der Weizenfarbe. Der Hahn nimmt etwa eine Mittelstellung zwischen orangefarbig und silber-weizenfarbig ein. Die Henne hat eine kräftige Weizenfarbe mit elfenbeinfarbigem Federsaum und -schaft.

Silber-weizenfarbig
Der Gesamtfarbton der Hennen ist etwas heller als bei Goldweizenfarbig, der Halsbehang mit silberner Säumung.

Silber-Wildfarben
Aus der Gold(Wild)-farbe entstand mutativ die Silberfärbung. Alles Braun, Rot und Gold ist durch dominantes Silberweiß, das aber kein Weiß im Sinne von Farblosigkeit ist, überdeckt. Der Silberfaktor ist zudem geschlechtsgebunden, so dass für Gold spalterbige Hähne auftreten können. Bis jetzt sind silberhalsig und silberfarbig als Gegenstück zum entsprechenden Gold vorhanden. Schwarz-silber bzw. Birkenfarbig ist die silberne Abwandlung von schwarz-rot bzw. Orangebrüstig, also auch mit schwarzem Flügeldreieck. Die sachlich richtige deutsche Benennung wäre „schwarz-silberhalsig“. Der Farbenschlag Grausilber zeigt eine weitergehende Entfärbung einmal durch teilweise grauschwarzes Gefieder und zudem durch silberfarbigen Saum und Federschaft im gesamten Mantelgefieder. Silbergraue Dorking sind hell silberhalsig, der dunkle Farbenschlag dieser Rasse ist eine abgewandelte, sehr dunkel Silberwildfärbung. Die Silberwildfarbe der Koeyoshi ist etwas mit braun durchsetzt und die Henne zeigt schwärzliche Halbmondzeichnung im Mantelgefieder. Als Blau-Varianten sind blau-silberhalsig und blau-birkenfarbig bei einigen Rassen standardisiert.

Kombination Wild-Sperberzeichnung

Eine Kombination von Sperberfaktor und rebhuhnfarbiger oder silberhalsiger Grundfarbe. Bei der Henne überwiegt die Wildfärbung, da der Sperberfaktor nur einmal vorhanden ist. (siehe unter kennfarbig)

Columbiazeichnung
Sie entsteht durch die Wirkung eines Faktors, der Schwarz auf die Körperenden (Kopf, Schwanz, verdeckt Schwingen) verdrängt. Die Körperfarbe kann dabei silberweiß („weiß-columbia“, gewöhnlich als „hell“ bezeichnet), goldrot (rot-columbia) oder gelb (gelb-columbia) sein. Bei Hell ist die Hauptfarbe des Gefieders silberweiß. Schwarz tritt sichtbar nur im Halsbehang mit tiefschwarzen, grünglänzenden Schaftstrichen weiß umsäumt in den kleinen Sicheln der Hähne und in den Schwanzdeckfedern der Hennen sowie im Schwanz auf. Verdeckt muss es als Pigmentreserve in der Tupfen- oder Tropfenzeichnung auf den Federn des Oberrückens unter dem Halsbehang und in den Innenfahnen der Schwingen möglichst intensiv vorhanden sein. Das gleiche gilt sinngemäß für die Columbiazeichnung mit anderen Körperfarben. Blaue Columbiazeichnung anstelle schwarzer ergibt bei weißer Körperfarbe den Farbenschlag Weiß-blaucolumbia; bei gelber Körperfarbe ist die Benennung Gelb-blaucolumbia. Durch Zurückdrängung des Farbstoffes im Hals wurden die Farbenschläge weiß und gelb mit schwarzem Schwanz bei Chabos erzüchtet. Lakenfelder und Vorwerkhühner sind Columbiaformen, bei denen das Schwarz verstärkt wurden.

Wachtelfarbig

Diese Färbung liegt sehr nahe an der Columbia-Zeichnung, neigt aber auch zur Wildfarbe. In Brust, Schenkel und Bauch der Hähne fehlen alle Schwarzanteile, während diese im Halsbehang verstärkt auftreten. Während im Mantel der Henne die Wachtelfärbung (dunkelbraune Feder mit hellbraunem Saum und gelbem Federkiel) zum Tragen kommt, ist die Körperunterseite goldgelb fast ohne dunkle Einlagerungen. Bei Blauwachtelfarbig wird schwarz durch blau ersetzt, bei Silber-wachtelfarbig sind alle braunen, goldenen und gelben Teile durch silberweiß ersetzt.

Mohrenkopfzeichnung

Die mohrenköpfigen Eulenbärte haben verstärkt Farbstoff in Kopf und Oberhals, aber im Idealfall kein Schwarzpigment mehr im Schwanz oder anderen Gefiederteilen.

Goldbraun
Eine Mittelfarbe zwischen Goldhalsig und Gelb, wobei der Goldfaktor das Schwarz weitgehend auf Hals, Schwingen und Schwanz verdrängt in abgeschwächter Columbia-Zeichnung. (New Hampshire, Dresdner).

Dunkelbraun
Eine Braun-Variante der Wildfärbung mit unterdrücktem, nur auf Schwanz und Schwingen beschränkten Columbia-Faktor (Barnevelder).

Rot
Diese Farbe entsteht durch starke Verdichtung des Rotpigments unter Zurückdrängung des Schwarzpigments auf Schwung- und Schwanzfedern und evtl. den HaIsbehang. Je nach Dichte der Pigmentkörnchen und evtl. Einlagerungen von Stäbchenschwarz entsteht ein stumpfes oder satt glänzendes Rot. Die Mahagonifarbe der Orloff ist das dunkelste Rot.

Gelb
Eine Auflockerung des Goldpigments und Ausfall des Schwarzpigments. Die Gleichmäßigkeit und die Intensität der Farbe hängen von der Verteilung der Pigmentkörnchen und genetisch von mehreren Faktoren ab. Die gelbe Farbe ist nicht bei allen Rassen gleich. Das Schmuckgefieder der Hähne ist meist etwas stärker getönt.

Schwarz
Schwarze Gefiederfarbe ist die stärkste Anhäufung von Eumelanin (Stäbchenschwarz) aus der Wildfarbe. Dabei ist der Goldfaktor völlig unterdrückt. Die Intensität der Farbe und die Färbung des Untergefieders hängen von evtl. verdeckt vorhandenen anderen Farbanlagen und von der Lauffarbe ab. So wird z. B. aus züchterischen Gründen bei den Hähnen der meisten gelbläufigen Rassen ein am Grunde weißes Untergefieder gestattet.

Weiß
Obwohl wirkliche Albinos bei Hühnern sehr selten sind, ist auch das nichtalbinotische Weiß keine eigentliche Farbe, sondern Farblosigkeit. Es ist zudem in mehreren Arten bekannt.

  1. Das Leghornweiß, das andere Farben mit Ausnahme von Gold unterdrückt.
  2. Das rezessive Weiß.
  3. Das intermediäre Andalusierweiß mit blauen oder schwarzen Farbeinlagerungen (als Standardfarbe nicht zugelassen).

Jede Art von Weiß kann verdeckt Farbkomponenten tragen. Nicht zuletzt scheint dies auch von der Haut- und Laufpigmentierung abzuhängen. Seit neuerer Zeit sind die einzelnen Weiß-Arten nicht mehr nur auf bestimmte Rassen beschränkt. Es gibt sogar schon Rassen mit zwei verschiedenen Weiß, ohne dass dies äußerlich erkennbar ist. Intensiv schieferblaue Lauffarbe bedingt rahmweißes Gefieder. Deshalb lässt der Standard der betreffenden Rassen entweder leicht gelblichen Anflug zu, zumindest in den Behängen der Hähne, oder es ist eine bläulichweiße Lauffarbe gestattet.

Blau
Von der blauen Gefiederfarbe kennt man vier Arten.

  1. Das spalterbige, sogenannte Andalusierblau mit schwarzer Säumung jeder Feder.
  2. Das spalterbige Blau ohne Säumung.
  3. Das reinerbige Blau ohne Säumung mit größtenteils verdecktem Sperberfaktor (nur im Halsbehang der Hähne wenig sichtbar, z. B. bei blauen Thüringer Barthühnern und anderen Rassen vorkommend).
  4. Das reinerbige Perlgrau.

Das unter 1. und 2. genannte Blau ist keine selbständige, rein vererbende Farbe, sondern die Zusammensetzung von Schwarz und Andalusierweiß, wodurch ein Pfeffer- und Salzmuster in den Federzellen entsteht, das durch die Lichtbrechung als Blaugrau erscheint. Die Sattheit des Tones ist vom Stärkegrad des Schwarz abhängig. Bezüglich der Sattheit des Farbtones ist auch zwischen schwarz- und gelbläufigen Rassen zu unterscheiden. Bei ersteren wird eine Schwarzsäumung gefordert, bei letzteren teilweise gestattet. Die Aufspaltung in Schwarz-Blau-Weiß erfolgt theoretisch im Verhältnis 1 : 2 : 1. Das reinerbige Perlgrau ist ein stark verdünntes Schwarz mit unterdrücktem Goldfaktor (Antwerpener Bartzwerge u. a.).

Streifung und Sperberung
Diese Zeichnung beruht auf einem Farbverteilungsfaktor, der eine streifenweise Farbverdünnung hervorruft. Dieser Faktor ist geschlechtsgebunden. Der Hahn hat ihn (wenn reinerbig) zweimal und ist deshalb im äußeren Erscheinungsbild heller als die Henne, die ihn nur einmal besitzt und dadurch breitere schwarze Streifen hat. Die Breite der Zeichnung ist außerdem von der Größe der Feder abhängig. Der Faktor bewirkt zudem eine Abschwächung des Pigments in Läufen und Schnabel. Da ihn die Hennen nur einmal haben, sind ihre Läufe etwas stärker pigmentiert.
Bei Gestreift ist jede Feder in möglichst gleichmäßigem Wechsel mehrfach schwarz und scharf abgesetzt zart blaugrau oder hellgrau quer gestreift. Die Streifen verlaufen geradlinig und beim Hahn in gleicher Breite. Die Henne hat geschlechtsgebunden breitere schwarze Streifen und wirkt daher dunkler als der Hahn. Ein scharfes Streifungsbild erfordert, dass das Federende schwarz ist. Das Untergefieder soll durchgezeichnet sein.
Die Sperberung ist eine gröbere Form dieser Zeichnung, leicht bogig angelegt und die Streifen nicht scharf abgesetzt. Das Untergefieder ist weniger durchgezeichnet. Das Federende kann hell oder dunkel sein. Blau-gesperbert und gelb-weißgesperbert haben die gleiche Zeichnungsanlage. Bei Niederrheinern heißen diese Farben Blausperber und Gelbsperber.

Kennfarbig
Kennfarbig ist die Bezeichnung für eine Färbung, die eine hundertprozentige Geschlechtserkennung beim Eintagsküken ermöglicht, und zwar durch Kombination von Sperberfaktor und Wildfärbung. Im Farbbild der Henne überwiegt der letztere, da der Sperberfaktor nur einmal vorhanden ist. Kennfarbige Italiener, Bielefelder Kennhühner und die Kennsperber der Niederrheiner haben die Rebhuhnfarbe als Grundlage.

Einfachsäumung
Die Einfachsäumung kommt mit schwarzem Saum am Federrand in Gold und Silber vor. Korrekt ausgebildet ist diese Zeichnung auf breiter Feder (z. B. Wyandotten, Sebright). Sie wurde aber auch auf Rassen mit schmälerer Feder (z. B. Italiener) übertragen. Während bei den Sebright alle Federpartien gleichmäßig einfachgesäumt sind, sind bei den Wyandotten die Schwanzfedern schwarz und die Behänge haben zusätzlich einen silberweißen oder goldenen Schmucksaum. Mit Ausnahme der Sebright wurde Zeichnung bei allen Rassen einheitlich silber-schwarzgesäumt bzw. gold-schwarzgesäumt benannt. Bei den Gold-blaugesäumten ist die Saumfarbe in blau, bei den Gold-weißgesäumten in cremeweiß aufgehellt. Leicht abgewandelt, bedingt durch die Federstruktur, finden wir die Einfachsäumung in gelb-schwarzgesäumt auch bei den Orpington. Die ursprüngliche Form der Einfachsäumung ist die halbmondförmige Zeichnung der Brabanter.
Die Dobbelung ist die stärkste und unregelmäßigste Form der Einfachsäumung. Bei der – nur bei Bergischen Krähern, Schiotterkämmen und Krüpern vorkommenden – Dobbelung befindet sich inmitten der sonst schwarzen Feder ein silber-weißer oder goldbrauner (bzw. goldgelber) Fleck in der Größe eines Fünfpfennigstückes. Nur bei diesen Rassen werden diese Farbeinlagerungen „Dobbeln“ genannt.

Doppelte oder mehrfache Säumung
Rebhuhnfarbig (Hennen mit Bänderungsanlage ohne Lachsbrust), braungebändert, fasanenbraun und doppeltgesäumt haben gleiche Zeichnungsanlage und variieren nur in Intensität oder Lage der Haupt- und Bänderungsfarbe. Die Hauptfarbe ist ein mehr oder weniger sattes Gold mit einer doppelten, der Federform folgenden schwarzen oder dunkelbraunen Säumung im Hennengefieder. Sie entsteht durch Zusammenziehung der Pfefferung oder Rieselung auf bestimmte Bezirke der Einzelfeder (Rand und Federmitte um den Schaft). Die Zeichnungsform ist lanzett- bis hufeisenförmig. Hier wurde eine Anlage zur Verdrängung oder Verteilung von Farbstoff züchterisch bis zur Vollendung ausgenutzt. Die Hähne dieser Zeichnungsform sind meist nur Mittel zum Zweck der Erzielung einer perfekten Zeichnung bei den Hennen. Die Hahnenfärbung ist je nach Intensität der Hennenfärbung sehr unterschiedlich und schwankt zwischen mit schwarz übersättigter Wildfarbe (Indische Kämpfer, Barnevelder) und starker Ausbreitung des Goldfaktors (goldbraun) (braungebänderte Zwerg-Wyandotten, Zwerg-Cochin u. a.). Die Doppel- oder Mehrfachsäumung tritt in der Hauptsache bei asiatischen oder halb- asiatischen Rassen auf, kommt aber auch als weniger perfektionierte Färbung bei europäischen Landhühnern vor (z. B. Drenter Huhn, Kaulhuhn).
Rebhuhnfarbig (Hennen mit Bänderungsanlage) ist die ursprüngliche Form der Mehrfachsäumung, bei den verschiedenen Rassen mehr oder weniger korrekt gezeichnet oder intensiv in Hauptfarbe und Säumung. Der Federrand ist braun, im Gegensatz zum schwarzen bei Fasanenbraun. Der Federkiel ist meist dunkel, sozusagen als drittes Band. Die Hähne sind goldhalsig mit Brauneinlagerungen im Schwarz.
Bei Blau-rebhuhnfarbig ist alles Schwarz bzw. Dunkel der gebänderten Rebhuhnfarbe zu Blau verdünnt. Die Hauptfarbe wird etwas heller braun.
Braungebändert ist die größte Perfektion in Zeichnungsschärfe des Hennengefieders, aber mit etwas hellerem Ton der Hauptfarbe als bei Rebhuhnfarbig und ohne schwarze Kielzeichnung. Die Hähne mit einheitlich satt goldbrauner Farbe und nur schwachen Schwarzeinlagerungen.
Dunkel ist die Silbervariante mit doppelter schwarzer Säumung. Silberweiße RieseIung und Schaftstriche der Silber-Wildfarbe sind hier durch einheitlich blaugraue bis stahlgraue Hauptfarbe der Hennen verdrängt (ohne Lachsbrust). Die Hähne sind silberhalsig mit silberweißen Einlagerungen im Schwarz. Da diese Färbung zuerst bei Brahma bekannt war, nannte man sie im Gegensatz zu deren hellem Farbenschlag dunkel.
Fasanenbraun ist gezeichnet mit sehr glanzreichem schwarzem Band auf dem Rand und in der Mitte der Feder (dazu evtl. schwarzer Schaftstrich) und möglichst intensiver, in Hals und Schwanz schwarz gesättigter Hauptfarbe der Hennen. Demzufolge tragen auch die Hähne nur wenig Goldfarbstoff. Infolge der schmäleren Feder (Kämpfer) ist die Zeichnungsform mehr lanzettförmig.
Bei Rot-weiß (Jubilee) ist alles Schwarz von Fasanenbraun durch weiß ersetzt. Die Hauptfarbe ist lichteres Braun.
Doppeltgesäumt entspricht der Zeichnungsanlage von Fasanenbraun, aber ohne schwarzen Federkiel. Insbesondere bei der Henne ist diese Färbung korrekter als bei Fasanenbraun gezeichnet. Bei Blau-doppeltgesäumt ist schwarz in blau aufgehellt, was sich auch in der Hauptfarbe etwas be- merkbar macht.

Lackung, Sprenkelung, Flockung
Die Anlagen für diese Zeichnungen stehen denen für Säumung und Mehrfachsäumung bzw. -bänderung genetisch sehr nahe.
Die korrekt ausgebildete Lackung besteht aus einem großen, kreisrunden bis ovalen schwarzen Fleck am Federende, während der mittlere Teil der Feder goldfarbig oder silberweiß ist (Hamburger). Behangfedern und Steuerfedern zeigen, bedingt durch die entsprechende Federform, spitze bzw. halbmondförmige Zeichnung. Eine weniger große und mehr in die Breite gehende Tupfenzeichnung zeigen die Appenzeller Spitzhauben. Eine abgewandelte Lackung ist die Zeichnung der gold- und silberschwarzgetupften Thüringer Barthühner. Die Tupfen sind vergrößert, vergröbert, und das Schwanzgefieder wird fast oder ganz schwarz. Bei Eulenbarthühner wird eine Lackung gewünscht, gleichzeitig ist auch deren Vorstufe, die halbmondförmige Säumung – wie bei Brabantern – erlaubt:
Die Sprenkelung genannte Zeichnung wird durch scharf markierte schwarze Querbänder auf Silberweiß oder Gold gebildet. Am feinsten und vollkommensten ausgeprägt ist die Sprenkelung bei den Hamburger Sprenkeln, gröber bei den Brakeln und Totlegern.
In einzelnen Flocken (Flecke) aufgeteilt sind die Querbänder bei den Ostfriesischen Möwen. Hier sind die Hähne fast ungezeichnet. Bei Gold-blaugeflockt und silber-blaugeflockt sind die Flocken blau, bei gelb-weißgeflockt weiß.
Von allen drei Zeichnungsmustern gibt es auch eine Umkehrung, d. h., Flockung, Sprenkelung und Lackung sind nicht schwarz, sondern weiß, und zwar auf gelber oder chamoisfarbiger Grundlage (auf- gelockertes Gold). Um eine „Weißlackung“ oder -tupfung handelt es sich bei den chamois-weißgetupften Thüringer Barthühnern und bei den chamoisfarbigen Eulenbarthühner, wobei Schwanz und Fußbefiederung stets weiß sind. Die Friesenhühner haben eine weiße Flockung auf gelber Grundlage.

Tupfung und Scheckung
Die Tupfenzeichnung wird allgemein schwarz-weißgescheckt oder blau-weißgescheckt oder perlgrau-weißgescheckt genannt. Bei Federfüßigen Zwerghühnern ist die Benennung schwarz oder perlgrau mit weißen Tupfen. Deren Bezeichnung Gelb mit weißen Tupfen nimmt eine Sonderstellung ein, da hier eine Abwandlung von Porzellanfarbig vorliegt indem der sonst schwarze Tupfen in weiß aufgehellt ist, so dass die dort vorhandene weiße Perle nicht sichtbar wird.
Die weiße Tupfenzeichnung auf schwarzem, blauem oder perlgrauem Gefieder besteht aus einem mehr oder weniger großen, meist v-förmigen Fleck an der Spitze der Federn.
Bei einigen Rassen, z. B. Italienern und Zwerg-Wyandotten, wird der Fleck klein und korrekt v-förmig gewünscht. Bei anderen (z. B. Houdan) ist die Zeichnung nicht so präzise. Sie soll aber in jedem Falle möglichst gleichmäßig über das ganze Federkleid verteilt sein. Die Hähne werden aus züchterischem Grund mit weniger Zeichnung gewünscht. Bei einigen Rassen werden in den Handschwingen rein weiße Federn gestattet. Unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Form der Flecke (Tupfen) wäre die treffendere Bezeichnung Schwarz mit weißen Federenden.
Der Farbenschlag „Bunt“ bei Altenglischen Kämpfern ist eine Kombination von Goldhalsig und Weißgetupft; das Mantelgefieder der Henne also mit Pfefferung, aber ohne schwarze Tupfen. Die sachlich richtige deutsche Benennung wäre „goldhalsig mit weißen Tupfen“.
Eine wirkliche, meist unregelmäßige Scheckung des Gefieders ist bei Hühnern sehr selten. Lediglich bei den Annaberger Haubenstrupphühnern und Shamo finden wir eine Scheckung bei der die Hauptfarbe weiß ist und mehr oder weniger Federn am Ende einen schwarzen Fleck aufweisen. Diese Zeichnung ist ungleichmäßig im Körpergefieder verteilt. Standardmäßig wird noch die sogenannte Exchequer-Zeichnung in anderen Ländern bei Leghorn (Italiener) gezüchtet. Die Hauptfarbe ist Weiß. Die einzelnen Federn weisen in Form und Größe sehr unterschiedliche Schwarzfleckung auf, oft auch nur verdeckt im Untergefieder, das im übrigen auch Weiß aufweisen soll. Die Zeichnung soll so gleichmäßig wie möglich wirken. Schwanz und Schwingen sind überwiegend weiß.

Dreifarbigkeit
Diese Zeichnung hat die gleiche Anlage wie die Lackung, also Hauptfarbe mit schwarzem Tupfen am Federende, nur sind die Federspitzen (Teil des schwarzen Tupfens) entpigmentiert.
Als rotbunten oder bunten Farbenschlag findet man die gröbere Form dieser Zeichnung .mit übersättigter rotbrauner oder auch rasse- und federbedingter hellerer Grundfarbe bei Orloff, Asil, Wyandotten und Orpington. Eine feinere Zeichnung bei sehr dunkelbrauner Grundfarbe zeigen die bunten Sussex.
Der Farbenschlag Bunt bei Altenglischen Zwergkämpfern ist unter Scheckung und Tupfung eingeordnet.
Bei korrekter Zeichnung und dunkelgold- gelber Grundfarbe nennt man diese Zeichnung porzellanfarbig. Als Vorbild für die betreffenden Rassen gilt die Färbung und Zeichnung der porzellanfarbigen Federfüßigen Zwerghühner. Die Färbung Zitron-Porzellanfarbig weißt eine hellgelbe Grundfarbe auf. Die Blau-Varianten der Dreifarbigkeit stellen die blau-rotbunten Asil und die blau-porzellanfarbigen Federfüßigen und anderen Zwerghühner dar. Hierbei ist das Schwarz der Tupfen zu Blau und die Goldfarbe der Zwerghuhnrassen zu Rahmgelb verdünnt. Bei den Silber-porzellanfarbigen ist die Grundfarbe von Goldgelb in Silberweiß umgewandelt, wobei der schwarze Tupfen und die weiße Federspitze (Perle) erhalten blieb.